Was versteht man unter einer Schnarchschiene?
Schnarchen entsteht häufig durch eine Verengung der oberen Atemwege im Schlaf. Wenn sich die Muskulatur entspannt, kann der Unterkiefer leicht nach hinten fallen. Zunge und Weichgewebe engen dabei den Rachenraum ein – die vorbeiströmende Atemluft bringt diese Strukturen zum Vibrieren.
Eine Schnarchschiene (auch Unterkieferprotrusionsschiene genannt) setzt genau hier an: Sie hält den Unterkiefer während des Schlafens sanft in einer leicht nach vorne verlagerten Position. Dadurch bleiben die Atemwege freier, das Schnarchen wird deutlich reduziert – für einen ruhigeren Schlaf, sowohl für Sie als auch für Ihre Partnerin oder Ihren Partner.
Wie läuft die Behandlung mit einer Schnarchschiene ab?
Zu Beginn erfolgt eine zahnärztliche Untersuchung, bei der Zähne, Kiefergelenke und die individuelle Bisssituation überprüft werden. Zudem wird abgeklärt, ob das Schnarchen für eine Schienentherapie geeignet ist oder ob eine weiterführende Diagnostik – etwa beim HNO-Arzt oder im Schlaflabor – sinnvoll ist.
Auf Grundlage dieser Befunde wird in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dentallabor eine individuell angepasste Schnarchschiene angefertigt. Sie besteht meist aus zwei miteinander verbundenen Schienen für Ober- und Unterkiefer, die den Unterkiefer kontrolliert nach vorne verlagern.
Nach dem Einsetzen wird der Sitz überprüft und bei Bedarf angepasst. In den folgenden Wochen erfolgen Kontrolltermine, um Tragekomfort, Wirksamkeit und die Verträglichkeit für Zähne und Kiefergelenke sicherzustellen.
Welche Wirkung hat eine Schnarchschiene?
Durch die gezielte Vorverlagerung des Unterkiefers bleibt der Rachenraum während des Schlafs offener, die Atemluft kann ungehindert strömen und Schnarchgeräusche werden meist deutlich reduziert oder verschwinden ganz. Viele Patientinnen und Patienten berichten außerdem über erholsameren Schlaf, weniger Tagesmüdigkeit und eine insgesamt bessere Schlafqualität.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Zu Beginn kann es vorübergehend zu leichtem Druckgefühl an Zähnen oder Kiefergelenken, vermehrtem Speichelfluss oder morgendlicher Kiefersteifigkeit kommen. Diese Symptome sind in der Regel harmlos und klingen nach kurzer Zeit ab.
Wichtig sind regelmäßige Kontrollen, um langfristige Veränderungen an Zähnen oder der Bisslage zu vermeiden. Bei fachgerechter Anpassung und zahnärztlicher Betreuung ist die Schnarchschiene eine sehr sichere und nebenwirkungsarme Therapieform.
Gibt es Alternativen zur Schnarchschiene?
Alternativen hängen von der Ursache des Schnarchens ab. Möglich sind etwa Gewichtsreduktion, Änderungen der Schlafposition, nächtliche Atemtherapie mit CPAP-Masken oder operative Maßnahmen.
Die Unterkieferprotrusionsschiene ist jedoch eine besonders schonende, reversible und alltagstaugliche Therapie – insbesondere bei leichtem bis mittelgradigem Schnarchen oder bei leichter bis moderater obstruktiver Schlafapnoe.
Welche Kosten entstehen?
Die Kosten für eine individuell angefertigte Schnarchschiene liegen in der Regel zwischen 800 € und 1.200 €, abhängig vom Schienentyp und dem Anpassungsaufwand.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten meist nur bei einer ärztlich diagnostizierten Schlafapnoe; private Krankenversicherungen oder Zusatzversicherungen beteiligen sich jedoch häufig ganz oder teilweise.
Übrigens
Eine Schnarchschiene ist klein, unauffällig – und kann Ihr Leben verändern.
Sie könnten Ihr Schlafzimmer wechseln, das Kopfkissen austauschen oder Ohrstöpsel kaufen. Oder Sie sorgen einfach dafür, dass die Ursache des Schnarchens dort bleibt, wo sie hingehört: unter Kontrolle.